Karo oder Kariertes begegnet uns so vielfältig und oft im Täglichen in ganz unterschiedlichen Materialien, aber heute soll es natürlich um Stoff gehen.
In meiner Kindheit habe ich ein Tuch meiner Mama besonders bewundert( ob es das noch gibt?) Es war schwarz- weiß mit einem farbigen Rand, glaube ich jedenfalls. Das wäre Courrèges sagte man mir. Damals hielt ich es für einen Stil, später erfuhr ich, dass es einen französischen Modeschöpfer gibt- André Courrèges, der in Knallfarben und viel in schwarz-weiss gerarbeitet hat in den 60ern, Op-Art-Effekte, Weltrauminspiration und ziemlich aufregende Dinge für diese Zeit designte. Damit ist er sehr bekannt geworden, hat sich von diesem Stil aber Anfang der 70er disdanziert, wie ein Artikel berichtete. Hier und hier kann man sich laufenden Bilder ansehen. Es lohnt.
Ob dieses Tuch tatsächlich vom ihm war oder durch seinen Stil inspiriert, weiß ich nicht. Es waren ungleiche schiefe Karos, die durch Wellen oder Nichtparallelen entstanden. So etwas wollte ich auf andere Weise nachahmen.
Angefangen habe ich mit einer Skizze , weil ich die Aufteilung nicht dem Zufall überlassen wollte. Die Stoffe natürlich schwarz und weiß, aber gemustert.
Die Skizze gedoppelt und zerschnitten. Jeweils in einer Farbe zugeschnitten. Den helleren der Stoffe hatte ich vorher mit Vlies verstärkt, weil er extrem locker gewebt ist.
Die Streifen sind wie bei einem Webstück ineinander geschoben.
Die offenen Kanten mit einem 3 Stich-Zickzack fixiert, was viel länger gedauert hat, als vermutet. Jeweils in einer Richtung auch in Rot, aber auf dem schwarzgrundigen Stoff ist es hier kaum zu sehen.
Zum Schluß mit einem gefüllten roten Paspel umrandet. Die Rückseite ist uni mit RV.
Und jetzt freut sich mein Stuhl über sein neues, leicht französisch angehauchtes Kleid.
Ich freue mich sehr auf meine Mispieler, auch wenn es nicht das Karo streift.
Bittet meldet Euch, damit ich euch hier verlinken kann.
Wer sich zur heutigen Stoffspielerei noch einreiht, könnt ihr hier sehen:





