überall FRÜHlingspost

Ich komme gerade nicht mehr hinterher mit allem, volles Rohr im Leben auf allen Kanälen, da bleibt nicht viel fürs Bloggen, Schauen und Kommentieren. Und das hier sollte doch mein entspannter kreativer Spielplatz mit dem Tor in die weite Welt bleiben.



Die traditionelle Frühlingspostaktion von Tabea und Michaela ist ein Augenschmaus und es erfreut mich jede Woche einen neuen Buchtsaben aus dem Kasten zu holen. Unser Frühling hat es bis zum H geschafft und sieht einfach Klasse aus!!!Er wächst oben auf dem Bücherregal und erfreut die ganze Familie.
Ein elegantes f von Tabea, ein wunderbares R von Alex und ein schwarz- weißes Hasen-H von Astrid!



Seid bedankt, es hat mich sehr gefreut!!! Besonders schön, wenn jeder in einer unterschiedlichen Technik arbeitet.





Für das Ü war ich zuständig und habe mich mal wieder am Gelantinedruck versucht. Die Strukturen, die man erzeugen kann und die Haptik gleichermaßen, begeistern mich schon sehr.

Stoffspielerei März - mit Perlen stricken

Die Entscheidung für das Märzthema, seltenen Handarbeitstechniken fiel ziemlich schwer, weil es spannende Verarbeitungen von Fäden in der Geschichte gibt. Es sollte aber auch etwas sein, was man probieren kann ohne Monate zu üben. Da ich viel mit Glas arbeite, fiel die Auswahl auf Glasperlen und stricken in Kombination.

Das erste Mal habe ich verstrickte Perlen vor vielen Jahren in einem Heimatmuseum gesehen, eine winzige Taufmütze aus feinstem Garn mit Mustern aus weißen Perlen. Das war so fein gearbeitet, dass ich nur staunen konnte. Es müssen superdünne Nadeln gewesen sein und das Garn nicht viel stärker als ein starker Nähfaden. Später sah ich dann auch Beutel, Theatertäschchen mit Perlen, die gestrickt, gehäkelt und aufgestickt waren. Für das Stricken mit Perlen gibt es für Stulpen und Beutel eine lange Tradition, die vorrangig in Süddeutschland und in Österreich beheimatet ist.
Besonders in Österreich scheint diese Technik noch ein wenig aktiv zu sein. z.B.Hier
Bei meiner Recherche zum Thema bin auf diese Seite gestoßen. Unbedingt ansehen, denn dort kann man  eine tolle  Sammlung von alten Perlenbeuteln bewundern .(unter anderem auch so ein Babymützchen, welches mich damals so fasziniert hat!) Frau Flügel-Eber ist auf uralte Mustervorlagen zum Beutelstricken gestoßen, die in Sachsen in Annaberg-Bucholz von Bruno Schneider entworfen worden sind. Das Auffädeln auf das Garn, um Bilder zu erzielen, ist sicher eine kleine Strafarbeit und wehe wer sich verzählt.
Im April gibt sie in Regensburg sogar Kurse in dieser alten Technik.

Hier noch ein historisches Stück, welches mir sehr gut gefällt.

Perlenbeutel.
Sophie Taubener-Arp, Beutel um 1918 , Peter Schächli, Zürich (entnommen aus einem Ausstellungsbeitrag über S-T.-Arp)
 
Diese ungewöhnliche Tasche ist schon vom Art-deco geprägt, die meisten alten Exemplare sind eher mit Blumen oder ornamentalen Motiven geschmückt.

Ich selbst besitze nur ein defektes Täschchen in schwarz-weiß, aber das ist weder gestrickt, noch gestickt, sondern irgendwie gewebt. So in der Art wie wir als Kinder Untersetzer aus Glas- oder Holzperlen gemacht haben. Ob es für diese Technik einen Namen gibt, weiß ich nicht, denn Perlenweben funktioniert anders.

Über gestrickte historische Stulpen ließen sich zwei Bücher finden.
   

Dieses hier besitze ich jetzt, es ist sehr informativ, weil die Autorin aufwändig recherchiert hat.
Mit Perlen verstrickte Stulpen, die die verschiedenste Namen haben je nach Region wie z.B. Staucher, Stößer, Ärmlinge, Müffchen, Handschen, Rukawki (sorbisch)



lassen sich über Bildmaterial bis ins frühe 18. Jh. nachweisen. Sie wurden mit und ohnen Daumen gearbeitet, Ausnahmen sind komplette Handschuhe. Es gab sowohl ganz kurze, als auch ellenbogenlange Stulpen, die längeren wärmten auch in der kühleren Jahreszeit, da Oberteile oft nur bis zum Ellenbogen reichten. Der Aufwand der Arbeiten legt nahe, dass sie vorrangig zur Kirchgangs- und Festtagskleidung gehörten. Im süddeutschen, fränkischen und sorbischen Raum lassen diverse erhaltene Stücke finden.


Nach eigenem Entwurf wollte ich nun selbst Stulpen probieren. Rocailles habe ich ausreichend und dünne Wolle ließ sich auch finden. Gestrickt mit ganz feinen Nadeln, 2mm, Gr.0. Um feine Perlen zu verarbeiten kann man sowohl glatt als auch kraus rechts stricken, sonst rutschen die Perlen auf die falsche Seite.
Ich habe mir ein Mäander gesucht, als Zählmuster aufgezeichnet und losgelegt. Das Auffädeln ging ganz flott über eine Schlaufe aus einem Nähfaden, in den ich die Wolle gelegt habe. Im Netz hatte ich die Klebstoffvariante gefunden, kann ich aber nicht empfehlen.Dabei sog der Faden soviel Klebemasse auf, die dann das Auffädeln unmöglich machten. Mit glatten BW-Garn mag das vielleicht gehen.
man muß für solch einen Rand ci. 400-500 Perlen auffädeln. Da kann man sich vorstellen, wie viele das für einen kompletten Perlenbeutel sein mußten.









Es macht Spaßund durch die Mustersätze kommt man gut voran, ich werde das sicher in anderer Frabigkeit und etwas feinerer Wollqualität nochmal probieren, denn ich kenne einige Frostbeulen, die auf dieses Accessoire nicht mehr verzichten möchten .
Da ein Ausflug in die Geschichte zu diesem Thema zwingend dazu gehört, ist es dies wohl einer der längsten Posts hier im Blog

Wer sich an unserem Märzthema beteilligt hat, dass suschna für diesen Monat erwählt hat, könnt ihr bei ihr nachlesen. Ich wünsch uns eine spannenden textile Rundreise! Habt einen schönen Sonntag!


Frühlingsorden

Nochmal ornamental gemustert mit dem Stempel, der temporär sein sollte und noch rumlag auf dem Arbeitstisch, bereits hier Verwendung fand.

die erste Phase



                                                               die zweite Phase
Jetzt gescannt, vorher fotografiert- das Stempelrot scheint eine echte Herausforderung zu sein!? Und am Weißabgleich muß ich mal dringen arbeiten.
Irgendwie sind es wohl alles Orden geworden. War nicht der Plan, aber ich empfinde es so.
Das Frühlingskreuz am veilchenblauen Strumpfbande zu tragen bei Mondwende, wenn die erste Nachtigall singt.Verliehen an Michaela, bei der es heute wieder gut gemustert zugeht.

Seifenblasenpapier

Luftig leicht wie der Frühling wollte ich mal  Seifenblasenpapier ausprobieren. Untergründe für Arbeiten am Kalender 2016 in der Kalligrafiegruppe und auch für die Frühlingspost sind sehr willkommen.
man braucht nur Spülmittel, eine Spur Farbe, einen Trinkhalm und wenig Wasser.





Die Spülfarbmischung mit dem Strohhalm aufblubbern und mit dem Papier die Blasen abnehmen und die Blasengrafik trocknet leicht farbig auf. Hier einmal auf Aquarellpapapier und einmal ganz einfaches  Zeichenpapier. Entdeckt in " 100 Tips Kalligrafie-" von Judy Kastin, was es nur noch antiquarisch gibt.

Mustermittwoch - Schwünge schreiben

Schon wieder ein Mittwoch und mir fehlt fast etwas, wenn ich nicht mustermäßig unterwegs bin. Schade, dass ich nicht nummeriert habe, wäre spannend zu sehen, was da so zusammenkommt.
Im Ornamentmonat habe ich weiter geschrieben. Ranken, auch als Buchstaben kann man wunderbar ornamentieren (gibt es solch ein Wort?)



 hier ein I




und hier Schwünge die Kantenbetonung sein könnten. Spiegelgleiche symmetrische Schwünge hin zu bekommen ist wirklich schwierig. Für die zweite Reihe habe ich richtig üben müssen und mir dann auch noch ein Karoblatt untergelegt.


Ob sich heute wieder Fische verstecken bei Frau Müllerin? Und  natürlich könnt ihr auch sehen wer sich in die Musterparade alles einreiht.
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